Allein auf weiter Flur?

Habt ihr euch schon entschieden, wie es nach dem Abitur weitergehen soll? Ein Studium soll’s sein und auch die grobe Richtung steht fest. Irgendwas mit Sprache? Perfekt. Was aber kommt danach? Studienfach- , Stadt- und Uniwahl stehen an.

Nach meinem kleinen Erfahrungsbericht möchte ich euch heute ein paar Tipps und Webseiten zusammenstellen, die euch den Start ins Studium hoffentlich erleichtern werden.

Beginnen wir mit der Ausrichtung.
Je nachdem was genau ihr studieren wollt, stehen euch unterschiedliche Studiengänge an den verschiedensten Universitäten oder Fachhochschulen zur Auswahl. Ich versuche es mal an dem breiten Spektrum <Sprache> darzustellen. 
Ihr lest und schreibt gern, habt eine Affinität für Sprachen, einen guten Ausdruck und Grammatikkenntnisse. Genau in diese Richtung soll also auch euer Studium gehen, aber welche Möglichkeiten stehen euch zur Auswahl? 
Bereits hier beginnt das Multitasking!
Es gibt vieles, das ihr bei einer Wahl des Studienfachs bedenken könnt. Wollt ihr zum Beispiel auf Lehramt studieren müsst ihr euch zuvor auf eine Schulart festlegen. Reicht euer NC (Numerus clausus – Zulassungsbeschränkung) für diese Schulform oder nicht und wie genau könnt ihr eure Fächer kombinieren? An vielen Universitäten sind unterschiedliche Kombinationen möglich und die verschiedensten Schulformen legen andere Voraussetzungen fest. Hier solltet ihr also euren NC, die Schulart und Fächerkombinationen im Hinterkopf haben. 
Wenn es doch ein Bachelorstudium sein soll, stellt sich die Frage – was überhaupt studieren. Soll es ein literatur- oder sprachenbezogenes Deutschstudium werden? Vielleicht aber doch beides und Germanistik allgemein bzw. Deutsche Philologie studieren? Das Schreiben macht euch Spaß, aber eigentlich wollt ihr euren Fokus lieber auf etwas anderes setzten? Im Bereich Medien und Kommunikation steht euch da ebenfalls einiges zur Auswahl: Medienwissenschaften oder -Techniken, Kommunikationswissenschaften oder direkt Journalismus. Es besteht auch innerhalb eines anderen Studienfachs die Möglichkeit sich auf dessen linguistische Ausrichtung zu spezialisieren. Wollt ihr in den technischen Bereich könnte euch danach ebenfalls die Möglichkeit offen stehen als Kommunikator zwischen unterschiedlichen Parteien zu vermitteln. So ist die Transferwissenschaft ein Forschungsbereich, der sich mit dem Wissenstransfer zwischen verschiedenen Parteien, wie der Experten-Laien-Kommunikation, beschäftigt. Oder im Theologiestudium spezialisiert ihr euch, wenn möglich, auf Religionslinguistik. 
Die Möglichkeiten sind also breitgefächert und schon beinahe unübersichtlich.
Grenzt daher euren Interessenbereich weiter ein, um es so auf passende Studienangebote anlegen zu können.
Habt ihr einen oder zwei Fokuspunkte, wird es wesentlich einfacher einen geeigneten Studiengang zu finden. Aber konzentriert euch wirklich nur auf ein paar, sonst kann es schnell chaotisch werden.
Legt euch zudem einen Plan für mögliche Zweitfächer zurecht, da die Möglichkeit besteht, dass euer Wunschstudiengang nur als Teilfach zu belegen ist. Ein Blick in die Zulassungsbeschränkungen vergangener Semester/ Jahre kann euch ebenfalls dabei helfen zu sehen, ob eure Annahmequoten gut sind. 

Steht eure konkrete Ausrichtung fest, geht’s ans Eingemachte. Nun kommt es darauf an welche Uni die besten Angebote hat und in welche Stadt es gehen soll.

Bevor ihr nach passenden Hochschulen googelt solltet ihr euch überlegen wohin die Reise gehen soll, also geographisch gesehen. Studieren im Ausland, in der Nähe der Heimat bleiben oder offen für jede neue Möglichkeit sein?

Allein die Wahl eines möglichen Studienstandortes macht viel aus. Recherchiert daher nicht allein zu den Unis, sondern auch zu euren möglichen Wohnorten. Welche Erfahrungen haben andere Studierende in dieser Stadt gemacht? Schaut euch Videos dazu an, lest Erfahrungsberichte oder die Webseiten der jeweiligen Städte durch. Ein kleiner Städtetrip (wenn es sicher möglich ist) kann dabei ebenfalls hilfreich sein.
Und bedenkt, nur weil man vielleicht gern in Berlin, Hamburg oder München Urlaub gemacht hat, bedeutet es nicht, dass das Leben dort auch zu euch passt. Versucht deshalb auf jeden Fall mehr darüber zu erfahren. Informiert euch darüber wie teuer eure Wunschstadt ist, in welchen Gegenden man gut und günstig lebt und wie gut die Verkehrsverbindungen sind. Zu letzterem lohnt sich dann auch ein tiefere Blick in die Uniorganisation bzw. auf die Seiten der entsprechenden Studierendenräte. An der TU Dresden zahlt man für das Präsenzstudium im Sommersemester 2021 einen Beitrag von 276,10€. Dort ist jedoch ein Studententicket enthalten, womit ihr im Semester durch ganz Dresden, Umgebung und sogar Sachsen (VVO – Verkehrsverbund Oberelbe) kommt. 

Ist euer Wunschstudium nicht zu spezifisch und wird an genügend Hochschulen und/oder Fachhochschulen angeboten muss nun auch die Wahl einer Universität getroffen werden. Außer ihr seid sehr ortsgebunden und wollt/müsst euch dadurch festlegen. 
Die Wahl des geeigneten Studienortes und der passenden Universität gehen Hand in Hand, auch mit dem Studiengang. Vielleicht gefällt euch Potsdam als Stadt super gut und auch die Uni und der Campus sehen toll aus, aber die konkreten Schwerpunkte der Professuren und Lehrenden sagen euch überhaupt nicht zu. Dann könnt ihr euch natürlich trotzdem bewerben, aber vielleicht lohnt es sich dennoch weiterzusuchen. Andersherum kann euch der Studiengang an der HU Berlin super gefallen, aber die Stadt ist nicht unbedingt etwas für euch. Stellt euch also darauf ein eventuell Abstriche machen zu müssen.

Spielt die Art der Universität eine Rolle? Soll es also eine Fachhochschule, TU, private, bei der Bundeswehr oder Exzellenzuni sein? 
Ob privat, kirchlich oder staatlich kommt am Ende ganz auf euch an. In staatlichen und kirchlichen Hochschulen wird es (meistens) keine Studiengebühren geben. Oft muss man nur pro Semester einen Studierendenbeitrag zahlen (der davon abhängig ist, ob man in Präsenz studiert, ein Fern-, Zweit oder Langzeitstudium anstrebt), wo ihr den Studierendenwerksbeitrag, Studierendenschaftsbeitrag bezahlt sowie für die Fachschaft und eventuell ein Semesterticket. Das kann aber je na Universität berechnet werden. Wie die Preise genau sind, müsst ihr für jede Hochschule selbst recherchieren. 
Welche Hochschulform für euch das Richtige ist, kommt ebenfalls darauf an wie ihr konkret lernen wollt. In Fachhochschulen wird die Betreuung vielleicht persönlicher und eher auf euch abgestimmt. Das ist an einer Universität meist erst in den höheren Semestern möglich, wenn die Seminare spärlicher besetzt sind. 
Ob das Studieren bei der Bundeswehr, in einer Kunsthochschule oder kirchlichen Universität möglich ist hängt ebenfalls von euren Zielen, Noten, eurem Können (Portfolios) oder eurer Konfession ab. 
An Technischen Universitäten (TU) ist der Fokus klar. Das kann dazu führen, dass andere Studienbereiche etwas kürzer kommen, wie z.B. die Kulturwissenschaften. 

Diese Tipps konnten euch hoffentlich ein wenig bei euren Entscheidungen helfen. Anbei findet ihr eine Reihe von Webseiten, die ich persönlich sehr informativ fand. 
Als letzte Wort möchte ich noch einmal anmerken, dass es natürlich trotz aller Vorbereitung dazu kommen kann, dass  der Studiengang, die Uni oder Stadt euch nicht zusagen. Genau weiß man es erst, wenn man es selbst erlebt hat. Doch sollte euch eine tiefgreifende Vorbereitung vor den größten Schocks bewahren.


StudyCHECK – Zum Finden eures Traumstudiengangs

Studis Online – Hier könnt ihr so ziemlich alles rund um das Thema Studium finden

Schülerpilot – Hier findet ihr eine Datenbank zu zulassungsbeschränkten Studiengängen und dessen NC-Werte. Ich weiß jedoch nicht wie vollständig oder aktuell die Liste ist. Bei Studis Online findet ihr dazu ebenfalls eine Übersicht. 

Hochschulkompass – Auf dieser Seite könnt ihr eure Studieninteressen testen und passende Studiengänge vorgeschlagen bekommen 

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