Vorstellung vs. Realität

Mein Weg zum Studium

Ich möchte nicht zu sehr ausschweifen, doch ich wusste bereits seit der Grundschule, dass ich studieren möchte. Nur was genau, da war ich mir nicht so sicher. Zu Beginn war mein Traumberuf Meeresbiologin, der mir jedoch schnell durch meinen damaligen Biologielehrer verdorben wurde.
Mein Weg blieb daher klar – die nächste Stufe musste das Gymnasium sein.
Ich entschied mich schnell für ein Gymnasium, auf das auch die meisten meiner Freund:innen gingen und die Quälerei begann. Wer auch immer der Meinung ist, die Schulzeit wäre die beste Zeit im Leben hat meiner Meinung nach ziemlich was verpasst.
Der Umstieg vom Lernstoff und den Erwartungen in der Grundschule (Klasse 1-6, ich komme ursprünglich aus Brandenburg) auf die Ansprüche eines Gymnasiums fiel mir damals nicht zu schwer. Ich war durchgehend eine durchschnittlich gute Schülerin, die besonders in der Sekundarstufe II wieder Spaß am Lernen und an das zur Schule Gehen bekam. Das lag nicht geringfügig an den Lehrenden meiner Hauptfächer. In den letzten zwei Jahren wurde es für mich jedoch zunehmend schwerer in die Fächer Energie zu investieren, die mir für meinen zukünftigen Werdegang sinnlos erschienen. Wozu brauche Mathe, Physik oder Geographie der Sek II, wenn ich Deutsch oder Kunst studieren will? Nun, gar nicht, aber um das Schulsystem zu kritisieren bin ich heute nicht hier.
Meine Abiturnote war daher gut, aber hätte definitiv besser sein können, hätte ich damals die Energie in alle Fächer gesteckt und nicht immer auf den letzten Drücker gelernt. Ob sich das wohl in den letzten Jahren verändert hat?
Mit dem nahenden Ende wuchs jedoch meine Freude, da ich kurz davor stand endlich ausschließlich DAS lernen zu können, was ich auch wollte. Das jedenfalls war meine Vorstellung. 

Was aber konnte ich nun studieren? 
Mit dem Wechsel in die Sek II und der Wahl von Leistungsfächern wurde mir bewusst auf welche Bereiche ich mich konzentrieren möchte – Deutsch, Kunst und Geschichte.
Lesen ist meine Leidenschaft und bei Gelegenheit schrieb ich die ein oder andere Geschichte, die ich jedoch nie beendete. Kunst lag mir noch mehr, da ich selbst gern male und alle möglichen Variationen von Farbarten und Stilen ausprobierte. Geschichte war das dritte Rad am Wagen und nun einmal weder von der deutschen Sprache noch von der Kunst zu trennen. Ich entschloss mich also, entgegen der wohlgemeinten Vorschläge meiner Familie eine Ausbildung zu machen oder BWL zu studieren, meine Passionen zum potenziellen Beruf zu machen. 
Da ich in meinem Bekanntenkreis keine Hand brauchte, um die Menschen abzuzählen die studiert hatten, war der ganze Prozess eine geeignete Uni zu suchen, den passenden Studiengang zu finden und Online-Bewerbungen abzuschicken (sowie BAföG zu beantragen) komplettes Neuland. Aber mit viel Geduld und der Macht des Internets gelang mir letztendlich auch das. Als ich mich also für einen Studiengang entscheiden musste, hatte ich meinen Traumberuf als Lektorin im Hinterkopf. 

Wo möchte ich eigentlich hin?

Obwohl ich einen groben Plan davon hatte was ich nach meinem Studium werden wollte, entschied ich mich letztendlich für die nächstgelegene Universität, die einen passenden Studiengang anbot. 
Mit dem Traumjob im Gedächtnis konzentrierte ich mich auf Deutsch/Germanistik als Hauptfach und Kunst als Zweitfach. Da 2013 die Zulassungsbeschränkung für meine recherchierten Studiengänge bei >2,5 lagen oder zulassungsfrei waren, hatte ich den Luxus tatsächlich nach Präferenz zu wählen. Meine Wahl fiel auf die TU Dresden.
Ich kannte die Stadt bereits durch spartanische Einkaufsbesuche oder weit zurückliegende Schulausflüge und wusste sie war nur ca. eine Stunde Zugfahrt von meiner Heimat entfernt. Zudem konnte ich Germanistik und Kunstgeschichte (KG) zusammen studieren. Jackpot, würde ich sagen. Damals war ich jedoch hauptsächlich darauf aus etwas über den Bereich der Literaturwissenschaften zu lernen. Der Fachbereich schien mir am nutzbringendsten für meine Zukunftsplanung im Verlagswesen zu sein. 
Mein Studiengang Germanistik unterteilte sich grob in Sprache und Kultur und Literatur und Kultur. Zu letzterem zählte die Ältere (Mediävistik) und Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Von den Informationen, die ich online zu den Studieninhalten erfahren konnte, nahm ich an, dass diese Ausrichtung mir am meisten nützen und Spaß machen würde. Oh, lag ich falsch!  

Motivation und Ziele im Studium 

Das erste Wintersemester begann und ich war heillos überfordert. Meine Vorstellungen von einem entspannten Start in einen neuen Lebensabschnitt wurde überschattet von dem Wurf ins kalte Wasser des Erwachsenwerdens. Auf einmal musste man sich um Finanzen, Versicherungen, Miete, Stundenpläne, Essen, Aufräumen, Haushalten etc. selbst kümmern. Gut, dass ich in der Schule etwas über Vektoren, Elektromagnetismus und Rohstoffstätten gelernt habe, aber nichts darüber was auf einen zu kommt, wenn man allein lebt. Zu der unerwarteten Lawine aus Verpflichtungen kam die Undurchsichtigkeit von Prüfungs- und Studienordnungen zweier Studienfächer, Einführungsveranstaltungen und der Drang in einer fremden Stadt neue Menschen kennenzulernen, um nicht mehr jeden Tag allein in seiner Wohnung verbringen zu müssen. (Nicht, dass mich meine Freunde heute davon abhalten. Ich bin und bleibe ein Introvert.)
Nichtsdestotrotz war das Motivationslevel hoch, immerhin konnte ich endlich das lernen was ich wollte und nicht was ich musste, richtig?
Entgegen meiner Erwartungen stellte sich recht schnell heraus, dass mir die Literaturwissenschaft so gar nicht lag und ich am liebsten ab dem dritten Semester komplett darauf verzichtet hätte. Aber so leicht war das leider nicht. Und selbst im Master musste ich noch Prüfungsleistungen in den dazugehörigen Professuren ablegen. Soviel also zu ,,nur noch lernen was ich will“.
Mein Traum als Lektorin zu arbeiten begann ebenfalls zu wackeln, da mir erst während des Studiums wirklich bewusst wurde wie breit das Berufsspektrum sein kann und wie offen die Studieninhalte sind. Die vielen Möglichkeiten und der Sog zu den Sprachwissenschaften taten ihr Übriges. Mein Zukunftsweg wurde eher zu einer Zukunftsseilbrücke, die mit jedem Semester an Halt verlor. Aus diesem Grund entschied ich mich auch übergangslos mit dem Master weiterzumachen. Ich war mir selbst nicht mehr sicher wohin ich eigentlich wollte und der höhere Studienabschluss war nahe und einfach zugänglich, da ich an der Uni blieb. 
Ich hatte mich durch die ,,Rausschmeißerklausuren“ und das ,,Bulimielernen“ gekämpft (nicht ohne Probleme), thematisch die diversesten und unzusammenhängendsten Seminare und Vorlesungen belegt, Freund:innen während des Studiums kennengelernt und den Kontakt verloren und viele, viele unbeholfene Fehler gemacht. Habe ich mir meine Studienzeit so vorgestellt?
Gewiss nicht, aber ich habe nicht aufgegeben und, abseits von meiner geringfügigen Abneigung zu den Literaturwissenschaften, das Studium sehr genossen. 
Ich habe es geliebt in einer Stadt studieren zu können, die ein wunderschönes Abbild vergangener Epochen ist. Dresden wurden oft in Kunstgeschichtsseminaren integriert und ich konnte viel über Bauwerke, Skulpturen und Künstler lernen, die in meiner neuen Heimat zu finden waren oder ihre Werke schufen. Zudem habe ich mich unter meinen Kommilitonen der KG immer willkommen gefühlt. 
Versteht mich nicht falsch, ich habe auch fantastische Menschen kennengelernt, die Germanistik studierten, mit denen ich heute noch eng befreundet bin. Doch gerade am Anfang fiel es mir schwer Kontakte mit jenen zu knüpfen, die mit mir das Studium in meinem Hauptfach begannen. Retrospektiv betrachtet waren die Studierenden der KG einfach insgesamt offener und vielleicht auch kontaktfreudiger. Zudem schien mir in diesem Fachbereich die Trennung von Lehramts- und Bachelor-/Masterstudierenden nicht ganz so drastisch. 
Schlussendlich fand ich meine Freunde an anderer Stelle – in meinem Nebenjob. Und, obwohl sie eine Vielfalt an Studienfächern belegten, waren auch viele dabei die Germanistik studierten/ noch studieren – allerdings hauptsächlich auf Lehramt. 
Meine Vorstellung – natürlich – in meinem Hauptfach viele Menschen kennenzulernen, weil man dort auch die meisten Seminare belegte, löste sich in Luft auf. Auch, weil viele an einem anderen Punkt im Studium waren. Das Abweichen von der Regelstudienzeit oder der Studienwechsel und die große Auswahl von unterschiedlichen Seminaren, führten in meinem Fall dazu, dass ich selbst meine Bekannten aus der Germanistik und Kunstgeschichte nicht allzu häufig sah. Dafür sah ich sie jedoch auf Arbeit. 

Um den Bogen wieder zu meinen Motivationen und Zielen zu schlagen, hatte ich also die Vorstellungen, dass mich das Studium in meinem Berufswunsch unterstützen würde, dass ich viel dazu lernen konnte, zahlreiche Menschen kennenlernen würde, die mit mir und dasselbe studierten und meinen Abschluss in der Regelstudienzeit abzulegen. Zumindest aber hoffte ich darauf die Verhaltensweisen anzupassen, die mich bereits während meiner Schulzeit an mir störten. So zum Beispiel das Lernen und Schreiben in den späten Abendstunden, das Aufschieben von Abgaben bis zur letzten Minute oder das Ausbauen meiner Multitaskingfähigkeiten. 

Da ich diesen Beitrag noch bis kurz vor Veröffentlichung schrieb und editierte, könnt ihr euch wahrscheinlich denken, dass nicht alles davon eingetroffen ist. Ich bin definitiv multitaskingfähiger geworden (mehr aus der Not heraus, aber immerhin), doch ich arbeite noch immer am besten bei Nacht und schiebe (mir) wichtige Arbeiten bis zur letzten Minute auf. Das mag nicht allein daran liegen, dass ich parallel zum Studium arbeitete, um meinen Unterhalt weitestgehend selbst tragen zu können. Damals musste ich noch regelmäßig zu Seminaren gehen, welche teilweise breit über den Campus verteilt waren. Man hetzte also von einem zum anderen Hörsaal, nur um dann schnell die Heimreise anzutreten, etwas zu essen und noch kauend auf Arbeit zu fahren. 
Studienablaufpläne, die einem die Verteilung von Seminaren, Tutorien und Vorlesungen über die Regelstudienzeit von drei (BA) oder zwei (Master) Jahren vorschlagen, bedenken nicht, dass man eventuell nicht nur Studierender sein kann oder will. Möchte oder kann man nicht seine gesamte Zeit und Energie in ein Vollzeitstudium stecken, sondern währenddessen arbeiten, weitere Seminare belegen oder einfach den Lebensabschnitt etwas genießen und nicht jeden Tag nur mit der Nase im Buch verbringen, scheint mir die Regelstudienzeit etwas unfassbar. Aber dafür ist sie ja nun auch nicht ausgelegt.
Zum Teil lag es aber auch definitiv an mir, dass mein Studium fast acht anstatt nur fünf Jahre andauerte. Zwei Semester Corona, haben jedoch auch nicht geholfen. Dazu jedoch in einem späteren Beitrag mehr. 

Alles in allem konnte ich meine Studienzeit nicht mit den typischen Filmversionen abgleichen. Studierendenpartys und Mensabesuche waren weniger die Regel als mehr die Ausnahme und selbst meine Semesterferien waren gefüllt von noch mehr Arbeit, eine Unmenge an Hausarbeiten, Essays oder Rezensionen. 

Studium wechseln oder abbrechen, ein Tabu? 

Vielleicht gerade in der heutigen Zeit scheinen Fragen zum Fachwechsel oder Studienabbruch aufzukommen. Ein Wechsel zu einer Ausbildung scheint wie eine Herabstufung oder der familiäre und gesellschaftliche Drang überhaupt zu studieren, lenken einen auf den falschen Pfad. Vielleicht steckt man mitten im Studium und merkt, dass man keine Freude mehr daran hat und doch lieber einen anderen Weg gehen möchte. 
All diese Vorurteile, Gedanken und Entscheidungen scheinen gesellschaftlich stigmatisiert zu sein. Wenn man schon sein Abitur hat, dann jawohl auch studieren! Machst du NUR eine Ausbildung? Oder: Wie kann man denn erst im Studium bemerken, dass einem das Fach nicht gefällt? Hast du dich vorher nicht informiert? Was willst du damit überhaupt mal werden?

Persönlich habe ich nicht den Drang gespürt nach meinem Abitur zu studieren, da ich aus einer „gutbürgerlichen“ Arbeiter- und nicht aus einer Akademikerfamilie stamme. (ACHTUNG: Das ist natürlich stark vereinfacht. Nicht alle Familien mit ähnlichem Bildungsstand sind gleich.) Zudem hatte ich das Glück meine Studienfächer trotz Stolpersteine zu lieben und das Studium an sich auch. Auch, wenn es mich in vielerlei Hinsicht mehr verwirrte als mir half. 
Hier kann ich also nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Ich kann nur berichten was ich von anderen gehört oder wie ich andere Studierende erlebt habe. 
Viele Student:innen mit denen ich über die Jahre Kontakt hatte, haben mindestens einmal ihren Studiengang gewechselt und das aus den unterschiedlichsten Gründen. Vielleicht wurden sie durch den NC von ihrem Wunschstudium ausgeschlossen, bemerkten erst während des Studiums, dass es ihnen so nicht zusagte oder haben es sich schlicht und einfach ganz anders vorgestellt. 
Zwar findet man zahlreiche Informationen zu den groben Strukturen bestimmter Studiengänge, doch erst, wenn man sie selbst erlebt kann man beurteilen, ob es einem gefällt oder man lieber wechselt. 
Ich denke auch nicht, dass das Studium eine bessere Option ist als eine Ausbildung. Es sind einfach zwei unterschiedliche Lebenswege. Doch der gesellschaftliche Druck oder die Wahrnehmung davon scheinen ein anderes Bild darauf zu werfen.
Nur einmal während meiner gesamten Studienzeit habe ich überlegt meinen Studiengang zu wechseln. In Germanistik schien vieles hauptsächlich auf Lehramtsstudierende ausgelegt zu sein, was mir als BA nicht besonders zuvorkam. Warum genau soll ich ALLE Epochen der deutschen Literaturgeschichte, mit Merkmalen und fünf Beispielwerken auswendig lernen? Aber ich war mir sicher, dass ich keine Lehrerin sein konnte und wollte. Das wissenschaftliche Schreiben und Sprechen, die Anforderungen, die Hierarchie in der Universität und die Erwartungen daran, welches Wissen man mitbringen sollte, haben mich oft demotiviert. 
Doch letztendlich konnte ich mir schlicht und einfach nicht vorstellen etwas anderes zu machen. So schwer es an mancher Stelle auch war, konnte ich doch sehen wie ich an den Aufgaben wuchs und mich selbst und meine Umwelt besser zu verstehen begann. 

Dieser Abschnitt mag nicht besonders hilfreich gewesen sein, aber vielleicht gibt er euch dennoch zu denken. Ich persönlich bin immer noch dafür etwas zu tun was einem Freude bereitet. Etwas zu lernen, das einem keinen Spaß macht noch wirklich interessiert wird wesentlich mehr Arbeit sein. Wenn man die Möglichkeit hat die aufgestellten Erwartungen zu durchbrechen und selbst zu entscheiden mit was man potenziell den Rest seines Lebens verbringt, würde ich lieber diesen Weg gehen. Persönlich habe ich auch weder davon gehört noch es erlebt, dass Arbeitgeber jemanden aufgrund des Studienwechsels oder der längeren Studienzeit abgelehnt haben. 

Hoffentlich hat euch diese kleine Storytime zu meinen Vorstellungen und der eingetretenen Realität gefallen. Vielleicht konntet ihr erste Eindrücke sammeln, etwas Hilfreiches herauslesen und falls nicht, wenigstens unterhalten werden. 

Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Beitrag!

 

5 Gedanken zu “Vorstellung vs. Realität

  1. Ein echt spannender Beitrag, den ich gerne gelesen habe 🙂 Stellenweise habe ich mich wiedererkannt, was zum Beispiel die Anstrengung für die Abinoten angeht oder dem Germanistik-Studium 🙂 Viele Freund/innen habe ich dort auch nicht gefunden bzw. die ich gefunden habe, waren spätestens nach dem Bachelor weg (allerdings lief es in meinem Beifach Theaterwissenschaft auch nicht besser :D)
    Zumindest bei uns an der Uni Mainz sind Germanistik- und Lehramtsstudierende von den Veranstaltungen her ganz gut abgetrennt, aber ab und zu hat mich der Fokus auf letztere doch gestört, wobei es auch einfach viel mehr Lehramtsstudierende hier gibt.
    Ich habe auch viele Leute getroffen (Hauptfach und Beifach), die mit dem Studium angefangen haben, weil sie gerne lesen / sich fürs Theater interessieren und dann völlig entgeistert waren bzw. Probleme mit dem wissenschaftlichen Arbeiten hatten. Letztlich bleibt es doch irgendwo an einem selbst, sich die Dinge anzueignen, die einen interessieren (das Studium bietet ja leider keine Zeit, sich wirklich mal intensiv mit einem Thema zu beschäftigen und nebenbei noch ein Leben außerhalb der Wissenschaft zu führen.) und sich ggf. selbst weiterzubilden. So gerne ich persönlich Germanistik studiert habe, aber das Fach (und viele andere Fächer sicherlich auch) hilft da echt nur bedingt ^^‘

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    1. Danke 🙂
      Ich glaube bei uns an der Uni sind es auch vornehmlich Lehramtsstudierende, aber das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Gerade im Grundstudium gab es da aber keine Trennung. Wir mussten alle die gleichen Einführungskurse und Vorlesungen in Germanistik belegen und auch danach waren die Seminare für alle gleichermaßen wählbar. Es kam eher auf die Lehrenden an, inwiefern sie den Fokus noch etwas mehr auf die Lehrämter setzten, oder eben nicht. Das war schon ein bisschen nervig.

      Letztendlich muss man es wirklich selbst erleben und sich auch mit dem wissenschaftlichen Arbeiten anfreunden.
      Ich fand es zum einen auch immer gut eine so große Auswahl (VL/EK/S) zu haben, aber ein Interesse nicht weiter vertiefen zu können, weil einfach keine Folgeseminare angeboten wurden, war trotzdem schade.
      Und auch bei deinem letzten Punkt kann ich dir nur zustimmen 😀

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  2. Ich weiß genau, was du meinst, auch ich habe nicht in den Germanistik-Lehrveranstaltungen, sondern nur in denen meines Nebenfachs Freunde gefunden. Keine Ahnung, warum das so oft der Fall zu sein scheint. Und Studierenden, die ihr Fach gewechselt oder nach einem fertigen Abschluss einen ganz neuen Bachelor angefangen haben, bin ich auch zur Genüge begegnet, damit scheinen viele kein Problem zu haben.
    Witzig finde ich immer, dass alle Leute denken, man könne wegen seines Germanistik-Studiums so gut mit Worten und Grammatik umgehen, während es eigentlich das Gegenteil ist. Meistens entscheiden sich Studierende in spe, die da schon eine gewisse Affinität haben, für dieses Fach; so war es auch bei mir, denn in der Hinsicht lernt man an der Uni gar nichts, dafür war die Schulzeit da. Noch witziger ist dann, wie sich manche Dozierende vor dem versammelten Seminar darüber beschweren, dass so viele Hausarbeiten eine Korrektur bitter nötig gehabt hätten und vor der nächsten Abgabe bitte gründlicher drübergelesen werden solle ^^ Ja, Germanistik-Studierende haben aufgrund ihrer Erfahrung mit Hausarbeiten im Gegensatz zu solchen aus naturwissenschaftlichen oder technischen Fächern kein Problem mit dem Verfassen der Abschlussarbeit, aber das heißt nicht, dass sie alle ordentlich schreiben können, das musste auch ich verblüfft feststellen …

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    1. Da bin ich ganz bei dir! Viele denken ich müsse gerade durch mein Studium besonders gut schreiben und auch reden können. Aber in dem Bereich wurde man überhaupt nicht konkret gefördert. Es hieß einfach nur – Du musst jetzt viele Hausarbeiten etc. schreiben und Referate halten, aber perfekte Grammatik, Ausdruck und am besten noch Rhetorik, sollten schon vorher da sein. (Gerade Zeichensetzung ist mir immer noch ein Dorn im Auge – ah :D)

      Bei uns gab es zum Glück ein paar Dozierende, die einem eine korrigierte Version der eigenen Arbeit mit Notizen zurückgegeben haben, um so wenigsten noch etwas aus seinen Fehlern lernen zu können. Da war ich auch mehr als dankbar für.

      Ich kenne selbst nur die Arbeiten meiner Freundinnen, die ebenfalls Germanistik studieren, weil man bei wichtigen Abgaben doch noch einmal jemanden drüberlesen lassen will. Deswegen kam es mir nie in den Sinn, dass es vielleicht auch viele Studierende gibt, die trotz Studium nicht ordentlich schreiben – vor allem, wenn das Feedback fehlt. Da helfen auch die fünf schriftlichen Abgaben im Semester nicht.

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