Aimée Carter – Das göttliche Mädchen (Rezension)

Griechische Mythologie 2.0. Eine etwas andere Art über griechische Götter und Sagen zu schreiben. Konnte mich diese Geschichte überzeugen?

*kostenloses Rezensionsexemplar
Das göttliche Mädchen
Quelle: harpercollins.de

Inhalt: Kates Leben ist der reinste Horror. Ihre Mutter liegt im Sterben, sie muss auf eine neue Schule gehen und die Zicke Ava hat es allem Anschein nach auf sie abgesehen. Als sie eines Tages von ihr in einen fiesen Hinterhalt gelockt wird und Ava dabei verunglückt, bekommt Kate die einmalige Chance sie zu retten. Dafür muss sie über den Winter bei dem geheimnisvollen Henry auf Eden Manor wohnen. Kate nimmt an und kann nicht glauben, dass sie in die Welt der griechischen Götter geraten ist – und, dass es um viel mehr geht als nur einen Winter.

Erwartungen: Ich habe von dieser Geschichte schon vor Jahren gehört, doch nie die Lust gehabt es zu lesen. Als die Geschichte ein neues Gewand bekommen hatte und der Inhalt anders zusammengefasst wurde, hat es mich allerdings doch angesprochen und ich habe es bei Harper Collins angefragt. Erst als ich angefangen habe es zu lesen, ist mir aufgefallen, dass ich tatsächlich schon von der Geschichte gehört habe – und auch nur Gutes. Ich war also gespannt, wie sie mir gefallen würde. 

Handlung: Im Grunde genommen geht es um eine Art „Nacherzählung/Neuerzählung“ der Sage zu Hades und Persephone. Hades/Henry muss eine neue ,Frau‘ finden, ansonsten wird er seinen Job als Herrscher der Unterwelt los und „stirbt“. Kate tritt (alles andere als zufällig) in sein Leben und muss auf Eden Manor 7 Aufgaben überstehen – ohne in der Zwischenzeit ermordet zu werden, denn sie ist der 12. Versuch und damit die letzte Hoffnung für Hades/Henry.

Die Idee an sich fand ich sehr interessant. Dank des tollen Schreibstils bin ich förmlich durch die Geschichte geflogen und habe das Lesen sehr genossen. Allerdings war die Handlung im Endeffekt ziemlich seltsam. Was zum Großteil an den Charakter und deren Verhalten lag, aber auch daran wie sich die Geschichte zum Ende hin entwickelte und wie einige Dinge aufgelöst wurden. (Vielmehr kann ich jedoch dazu nicht schreiben ohne zu spoilern.)

IMG_20180131_114544_980.jpgCharaktere: Ich kann mit tiefster Überzeugung sagen, dass ich Kate, unsere Protagonistin, nicht besonders mochte. Sie hat sich meines Erachtens unglaublich naiv verhalten, sich viel zu schnell mit der Situation, in der sie sich befindet, abgefunden und mal ehrlich – die Liebesgeschichte?! Wirklich? Allgemein hat der Charakter wenig ‚gedacht‘ und lieber das getan was man ihr sagte.
Zudem hatte sie teilweise krasse Gefühlsschwankungen, die anscheinend sonst niemand seltsam fand und hat sich an ALLEM die Schuld gegeben! Auch ihr Handeln schien mir manchmal unschlüssig. Es war als hätte die Autorin einen Charakter geschaffen und ihn dann gezwungen sich nach ihren Vorstellungen zu Verhalten, damit die Geschichte zu dem gewünschten Ende kommt. (Natürlich ist es immer so, dass die Autoren die Geschichte bestimmten – aber bei dieser Figur konnte ich förmlich die Fäden an ihr hängen sehen und über ihr die Autorin/Puppenspielerin. -> Ich hoffe man konnte meinen Gedanken nachvollziehen?!)
Von Henry/Hades haben wir nicht sehr viel erfahren, außer das er mal besorgt, mal abwesend war, zwischendurch auch ziemlich gebieterisch und noch immer in Persephone verliebt. (Was sich allerdings am Ende der Geschichte in Luft aufgelöst zu haben scheint.) Der Charakter war unglaublich schwach ausgearbeitet und seine Beziehung zu Kate war eigentlich nicht existent bis es plötzlich ans Eingemachte ging!

Die anderen Charaktere waren ganz nett, obwohl ich zwischendurch Probleme hatte mir zu merken wer wer ist und im Allgemeinen waren sie einfach zu wenig ausgearbeitet. Die Enthüllung diesbezüglich fand ich eigentlich interessant, aber wie Kate darauf reagiert hat ?! (Dieser Charakter hat mir die komplette Geschichte versaut!)

Fazit: Die Geschichte hat für mich unglaublich Potenzial gehabt, es allerdings durch die Charaktere und dessen Handlungen verschenkt. Mit tiefgründigeren Charakteren, einer überarbeitet /bzw. ausgetauschten Protagonistin und etwas ‚MEHR‘ hätte mir die Geschichte wirklich gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin hat allerdings viel gut gemacht.
Ich könnte mir vorstellen die weiteren Bände zu lesen – aber nur in der Hoffnung, dass sich Kate verändert und die Charaktere mehr Tiefe bekommen.

In diesem Buch waren noch 2 Kurzgeschichten enthalten, die ich nicht gelesen habe, da sie mich nicht interessieren.

Das Buch bekommt von mir eine Wertung von: ✩ ✩ ✩  von  ✩ ✩ ✩ ✩ ✩


Taschenbuch: 9,99€ (D)
Erschienen bei: Harper Collins
Seiten: 464 (inkl. 2 Kurzgeschichten)
Sprache: Deutsch (übersetzt von Freya Gehrke)
Original: The Goddess Test

-> Link zum Verlag <-

*Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von dem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.

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